permalink

3

Warum renommierte Werbeagenturen keine Websites realisieren sollten…

Seit nunmehr als 10 Jahren bewege ich mich im Internet und sehe tagtäglich Webseiten bei denen mir die Haare zu Berge stehen. Spezielles Augenmerk lege ich meistens auf Seiten bei denen aktuelle Technologien – trotz des Faktes, dass sie erst kürzlich online gegangen sind – nicht genutzt werden. Beispiel gefällig?

Die IBM hat zusammen mit Ogilvy & Mather eine Online-Kampagne unter dem Namen http://www.itdowntimekreativnutzen.ch/ realisiert. Geht man auf die Webseite findet man folgendes Bild:

IT Downtime kreativ nutzen

IT Downtime kreativ nutzen

Fällt euch etwas auf?

  1. Was sollen bitte der Scrollbalken mitten in der Seite drin?
  2. Social Media Tools sind so schön dezent klein gehalten, dass ein viraler Effekt auf keinen Fall eintreten wird
  3. keine Meta Descriptions
  4. kein semantischer Code
  5. alles mit Tabellen (*kotz) statt mit Ebenen
  6. keine sprechenden URLS
  7. keine Link Titles
  8. keine Image Alt-Tags
  9. keine sprechenden Bildnamen
  10. Style-Sheets im Code drin
  11. Google Analytics Script gehört ans Ende des Codes
  12. und last but not least die URL. Da hättet ihr wenigestens etwas kürzeres finden können oder wenn dann schon so lang, bitte ein paar Minuszeichen zwischen den einzelnen Worten, dann kann Google auch ohne Weiteres die Page richtig indexieren.

So liebe Ogilvy & Mather Freunde macht man heute keine Websites mehr! Diese Seite hat ein wirklich minimales Potential zum Selbstläufer zu werden (es sei den Menschen wie ich, schreiben was ihr alles besser machen könntet), sprich via Suchmaschinen gefunden zu werden.

Wenigstens findet man bei Google unter itdowntimekreativnutzen nur Beiträge von eurer Seite. Aber die Chance, dass ein User dies 1:1 eingeben wird, ist wohl so gross, wie wenn wir morgen schon zu 100% mit Solarenergie auskommen würden. Beides ist zu gleichen Teilen schade.

3 Kommentare

  1. Hi Joel,

    Ich befasse mich wie du seit Jahren mit Google und finde Google gibt dir in diesem Fall nicht ganz recht. Wenn du „it“ und „downtime“ als Keywords eingibst, dann ist die Page auf einer sehr guten Position, Google hat also gut indexiert. Google kann auch sehr gut erkennen, wo er Leerzeichen einfügen muss und wo nicht. Google-Analytics gehört vor den abschliessenden HEAD-Tag, damit möglichst viele User getrackt werden, auch wenn die Seite nicht fertig lädt, soll Google dies mittracken.

    Es erinnert mich ein wenig an Firmen die Suchmaschinen-Optimierungen verkaufen. Die haben bis zu einem gewissen Punkt auch recht mit ihren Optimierungsvorschlägen, aber das wirkliche Resultat auf Google ist oft schon optimal und somit bringen ihre Argumente keinen zusätzlichen Vorteil.

    Was du zum Aufbau der Seite schreibst ist Geschmacksache und hat auf Google keinen Einfluss. Das virale scheint mir auch ganz bewusst nicht im absoluten Mittelpunkt zu stehen, mehr dass dem User ohne grosses Tra-Tra die Möglichkeit dazu gegeben wird.

    • Bö,
      sorry da kann ich dir leider nicht recht geben. Klar ist es wichtig zu tracken ob Leute auf die Seite kommen, aber wenn jemand die Page nicht bis zum Ende lädt, dann hat er die Seite effektiv auch nicht wirklich besucht. Sprich er hat sich wohl verklickt und will so schnell wie möglich wieder zurück wo er hergekommen ist. Grosse Unternehmen zählen diese Hits natürlich sehr sehr gerne zu den überaus beliebten Millionen von Pageimpressions und Unique Visitors. Das ist einfach so. Da bin ich nicht der einzige der diese Erfahrung macht. ich für meinen Teil bin Fan von klaren und transparenten Zahlen und deine Aussage ist schlicht nicht korrekt.

      Du bist wohl mit Google Chrome unterwegs oder im eingeloggten Modus des Google Accounts unterwegs, der dir klar in den Resultaten deutlich macht was du zuvor angezeigt hast. das nennt sich re-targeting und da bist du bei der itdowntime Sache klar auf Grundeis gestossen. Wie du richtig sagst, ist Google nicht dämlich und die können viel, aber sie machen auch viel um dich im Glauben zu lassen dass du die besten Positionen mit generischen Begriffen wie IT hättest nachdem die Seite 100 Mal aufgerufen wurde und schlicht unmöglich schon gut gerankt sein kann – auch wenn IBM dahinter steht…

  2. Hi Joel

    Es mag ein wenig eine Philosophiefrage sein, aber es ist auf jeden Fall interessanter und transparenter zu wissen, wer allenfalls fehlerhaften Traffic schickt als es nicht zu wissen. Immer aus der Optik des Betreibers einer Landingpage auf die eine Online-Kampagne angesetzt ist. Schliesslich kann man so eher nachvollziehen ob der Traffic welchen man eingekauft hat, auch wirklich angekommen ist und was für eine Qualität er hat. Ich meine der Click beim Publisher zählt ja genau gleich, egal ob deine Seite fertig geladen hat oder nicht.

    Noch am Rande Ich bin mit Firefox unterwegs und die Seite ist bei „Seiten aus der Schweiz“ wirklich auf der ersten Position mit „it downtime“, einfach ein Keyword-Paar welches nicht schon übermässig belegt ist. Sicher auch deshalb, weil sowas mit aller Garantie nicht auf die breite Masse abzielt.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.